
Content wird zur Verkaufsfläche
Der Handel steht vor einem grundlegenden Paradigmenwechsel: Konsumenten erwarten zunehmend, Produkte dort entdecken und kaufen zu können, wo sie ohnehin ihre Zeit verbringen – im Social Feed, im Livestream oder in Community-Formaten. Markeninszenierung, Content, Community-Interaktion und direkter Kauf verschmelzen immer stärker.
Social Commerce beschreibt genau diese Entwicklung: Inspiration und Transaktion finden nicht mehr getrennt voneinander statt, sondern im selben Moment und im selben Kanal. Produkte werden über Inhalte entdeckt, empfohlen und unmittelbar bestellt – ohne Umweg über einen separaten Online-Shop oder klassische Verkaufskontaktpunkte.
Aktuelle Studien unterstreichen die Relevanz dieses Wandels:
65 % der Gen Z und 57 % der Millennials lassen sich beim Kauf durch Social-Media-Inhalte beeinflussen. Bereits rund zwei Drittel der Gen Z kaufen direkt über Social-Plattformen. Social Commerce verändert damit nicht nur einzelne Touchpoints, sondern den gesamten Kaufprozess – von der Produktempfehlung bis zum Checkout.
Für Marken und Handel bedeutet das: Inhalte übernehmen zunehmend die Funktion, die früher dem Regal, der Website oder dem Point of Sale vorbehalten war.
Social Commerce in der Praxis – zwei dominante Ökosysteme
1. Tik Tok
TikTok hat sich in kurzer Zeit von einer reinen Entertainment-Plattform zu einem relevanten Commerce-Treiber entwickelt. Kurzvideos, Creator-Empfehlungen und Livestream-Shopping-Formate verbinden Unterhaltung, Inspiration und Kauf. Besonders bei jüngeren Zielgruppen fungiert TikTok zunehmend als Produktsuchmaschine – mit direkter Kaufoption.
Charakteristisch ist dabei die starke Rolle von Creatorn als Vertrauensanker sowie der hohe Stellenwert von authentischem, schnell konsumierbarem Content.
2. Instagram
nstagram verbindet visuelle Markeninszenierung mit integrierten Shopping-Funktionen. Produkt-Tags, Shops, Reels und Stories ermöglichen es, Produkte direkt aus dem Content heraus zu kaufen. Für viele Marken ist Instagram bereits ein zentraler Bestandteil der digitalen Vertriebsarchitektur – insbesondere im Zusammenspiel mit Influencer- und Community-Strategien.
Was sich strukturell verschiebt
Social Commerce ist kein zusätzlicher Verkaufskontaktpunkt, sondern Ausdruck einer tieferliegenden Veränderung:
Der Kaufprozess wird nicht-linear.
Inspiration, Information und Transaktion fallen zeitlich zusammen.
Communitys und Creator gewinnen an Bedeutung als Vermittler.
Plattformen entwickeln sich zu eigenständigen Handelsökosystemen.
Damit verschiebt sich auch die Rolle klassischer E-Commerce-Strukturen: Sie bleiben relevant, sind aber nicht mehr zwingend der erste Einstiegspunkt in die Customer Journey.
Strategische Implikationen für Marken und Handel
Zukunftsfähige Vertriebskonzepte erfordern strategische Offenheit – und Mut, eigene Pilotformate zu testen.
Wichtige Leitfragen dabei:
Welche Plattformen sind für meine Zielgruppen wirklich relevant?
Welche Content-Formate zahlen sowohl auf Marke als auch auf Abverkauf ein?
Wo lohnt es sich, mit Pilotprojekten zu starten (z. B. Live-Shopping, Creator-Kooperationen, In-App-Shops)?
Wie verzahnen sich Social Commerce, eigener Online-Shop und stationärer Handel sinnvoll?
Social Commerce ist kein kurzfristiger Hype, sondern ein Baustein einer langfristigen Marktneuordnung. Wer heute testet, lernt schneller – und baut Kompetenzen für Vertriebskonzepte auf, die sich weiterentwickeln lassen.
Unser Angebot: THE NEW versteht Social Commerce als Teil einer größeren Marktneuordnung und begleitet Marken und Handel bei der Entwicklung zukunftsfähiger Vertriebsperspektiven.
